Veränderung · Verkleidung · Frisuren
Oder: Was passiert, wenn jemand immer gesehen werden möchte — und das auf seine Art regelt.
Jeder Mensch möchte gesehen und anerkannt werden. Das ist keine Schwäche. Das ist Biologie.
Ich habe das über sportliche Leistungen gemacht. Über Humor. Und indem ich aufgefallen bin. Manchmal alle drei gleichzeitig. Die folgenden Fotos zeigen Momente, die es auf Papier oder Pixel geschafft haben. Solche Momente gab es natürlich viel öfter.
Cowboy & Flamenco
Als Kind wollte ich Cowboy sein. Ich wollte ein Held sein.
Marvel und Spider-Man waren zu der Zeit noch nicht das, was sie heute sind. Also: Cowboy. Hut, Pistole, Lederweste. Das reichte.
Cowboy. Mit Geschwistern. Voller Ernst.
Bei meiner Cousine fand ich es dann lustig, ihren überfüllten Kleiderschrank zu testen. Was drinstand. Ob es passte. Ob es lustig war. Alles gleichzeitig interessant.
Cousines Kleiderschrank. Flamenco-Kleid. Ich fand das lustig.
Fasching Schulzeit
Als junger Erwachsener nutzte ich hauptsächlich die Faschingspartys, um aufzufallen. Das Kostüm war nie fertig gekauft. Es entstand.
Der Astronaut zum Beispiel. Weißer Overall, selbstgebauter Helm mit Visier. Der Blumentopf auf dem Kopf war kein Versehen.
Astronaut. Selbst gebaut. Der Helm hatte ein Sichtfenster. Das war der Witz.
Irgendwann in der Oberstufe, irgendwo in Schottland — Jeans, Jordan-Shirt, Tartanmütze, orangefarbenes Haar. Ich bin nicht sicher, ob das eine Verkleidung war oder einfach ein Dienstag.
Oberstufe. Schottland. Orange. Wer fragt.
Die Haare
Zu meinem Friseur sagte ich immer: Er ist der Friseur, nicht ich. Er darf sich gerne ausprobieren.
Und so hatte ich immer den neuen Trend auf dem Kopf. Mal Strähnchen. Mal eine Punkfrisur wie Beckham damals hatte. Manchmal wurden sie blond. Entweder einfach so — oder für einen bestimmten Auftritt.
Die Beckham-Punkfrisur. Als Scherenschnitt verewigt.
Blond am See. Sommer. Warum nicht.
Tyler Durden
Abrasierte Haare mussten natürlich auch mal sein. Dazu brauchte ich keinen Friseur.
1999. Rock am Ring. Meine Haare wurden aus dem fahrenden Auto rasiert. Der Film Fight Club war frisch raus.
Tyler Durden. Das Original.
Rock am Ring, 1999. Die Umsetzung.
Ich war nicht aggressiv. Ich mochte aber die anarchistische Idee auszubrechen und frei zu sein. Nicht weil ich es umsetzen wollte. Nur als Traum.
Beisl-Fasching
Wenn man ein Beisl hat, hat man eine Bühne. Und die Faschingspartys waren dafür gemacht.
Ich wollte nie fertige Kostüme. Ich wollte mich kreativ damit auseinandersetzen.
Fasching 2000. Zwei Männer. Zwei Afros. Eine Überzeugung.
Der Film The Crow mit seinem tollen Soundtrack schaffte es in mein Herz — und dann auf eine Faschingsparty. Viel Gewebeband. Viel weißes Make-up. Kein fertiges Kostüm.
The Crow. Fasching 2004. Das Gewebeband hat gehalten.
Fasching 2005. 80er-Trainingsanzug. Der Gürtel war kein Irrtum.
Schlagerstar. Mit Autogrammkarten. Diese liegen noch in Zweibrücken.
Magnum & Arbeit
Auf die Arbeit gehört das ja weniger. Aber auch da gibt es die Momente.
Im Movember hatten wir die Idee, einen Magnum-Tag zu machen. Jeder mit Schnurrbart. Zum Abschluss liefen wir dann wie Tom Selleck durch das Büro. Der Standortleiter schüttelte nur den Kopf, als er vorbeikam.
Magnum-Tag. Angel links. Tom Selleck rechts. Wer ist wer.
In meiner jetzigen Rolle gibt es eher kleine Akzente. Einen Back-to-the-Future-Weihnachtspullover zu einer Veranstaltung kurz vor Weihnachten. Das macht die Stimmung lockerer — und mittlerweile machen andere so etwas auch. Als ich bei CosmosDirekt startete, liefen einige noch im Anzug rum. Ich hatte Hemd und Chinohosen an. Eigentlich nicht mein Style.
Back to the Future. Weihnachtspullover. Für Veranstaltungen.
Heute
Wenn es irgendwo eine Perücke gibt oder etwas zum Anziehen — ich bin direkt dabei. Fotoboxen auf Hochzeiten werden schwer von mir frequentiert.
Als Papa haben auch die Kinder sehr schöne Ideen, ihren Vater zu schmücken.
Beachparty einer Freundin von Smilla. Kinder haben Ideen.
Fotobox. Hochzeit. Unvermeidlich.
Hast du einen Hut an, bist du gut an.
Ich kaufe mir alle paar Jahre drei Jeans, die in etwa zur Zeitmode passen, und habe viele normale Pullover und T-Shirts. Aber an manchen Tagen zeige ich über T-Shirts Kindlichkeit und Spaß am Anderssein. Ein Hellfire-Club-Shirt aus Stranger Things. Einen Back-to-the-Future-Pullover. Vieles mehr.