Sport & Bewegung
Ich war nie der Typ, der stillsitzen konnte. Das hat sich nicht geändert.
Die Anfänge
Ich hatte schon als Kind einen hohen Bewegungsdrang.
Wir waren oft im Park. Fußball. Immer Fußball. Irgendwo ein freies Stück Rasen, ein improvisiertes Tor, und es wurde gespielt bis man nach Hause musste.
Der erste Vereinssport, an den ich mich erinnere, war Tischtennis. Bei der BTTF — den Bickenalbtaler Tischtennisfreunden.
BTTF — Bickenalbtaler Tischtennisfreunde. Der erste Verein.
Das Kanufahren beginnt
Mit 8 Jahren fing das Kanufahren an.
Was daraus wurde — Leistungssport, Wettkämpfe, Jugendnationalfahrer, Trainer — das ist ein eigenes Kapitel.
Kanuslalom. Wildwasser. Tore. Zeitmessung. Die Details folgen im eigenen Kapitel.
Sport-AGs & Ballsport
Im Gymnasium besuchte ich täglich Sport-AGs. Jeden Tag.
Turnen. Fußball. Handball. Basketball. Volleyball. Alles was angeboten wurde, habe ich mitgemacht. Handball war das Einzige, das danach nicht weiterging. Alles andere tauchte irgendwann nochmal im Leben auf.
Sport war nie Pflicht. Es war der Teil des Tages, auf den man sich freute.
Rennrad & Outdoor
Mitte 20 entdeckte ich über Bekannte das Rennrad.
Drei bis vier Mal die Woche, eigene Touren, ein paar Rennen. Einmal am Nürburgring zeigte der Tacho in der Abfahrt 89 km/h. Ich war einem Tandem hinterhergefahren.
Eigentlich verrückt. Mit Radklamotten und einem Helm. Das war der gesamte Schutz.
Nürburgring. In der Abfahrt danach zeigte der Tacho 89 km/h.
Nah am Kanufahren waren immer auch andere Outdoor-Sportarten. Freeclimbing. Und 2003 das Wellenreiten.
Kantabrien, Nordspanien, 2003. Neoprenanzug an. Welle abgewartet.
2003 wollten Simone — damals noch Freundin, heute Frau — und ich ihre erste Reise zu meinen Verwandten in Galizien machen. Auf dem Weg lagen vier Tage Wellenreitkurs in Kantabrien. Klingt gut. Haben wir mitgenommen.
Ganz Spanien war im Sommer heiß. An der Nordküste war das Wetter eher bescheiden. Wir zogen es trotzdem durch.
Das Problem ist: Man stellt sich Surfen einfach und toll vor. Als Anfänger ist es das nicht. Wenn ich mit dem Kanu in Wellen eines Flusses surfe, kann ich das sehr lange tun — der Fluss hält mich in Position, ich lese die Strömung, es geht hin und her. Auf dem Surfbrett wartest du ewig auf die richtige Welle. Erwischst sie selten, weil das Anpaddeln genau passen muss. Und wenn du sie erwischst, hast du maximal zehn Sekunden Spaß. Dann bist du schon am Strand.
Es fühlt sich dabei sehr spektakulär an. Die Welle ist immer viel höher, als sie auf Fotos und Videos zu erkennen ist.
Ich war danach nie mehr Wellenreiten.
Snowboard & Ski
Ab 2000 waren wir jeden Winter mit den Freunden Snowboardfahren.
Boah, waren wir cool.
Mit der Zeit verblasste der Drang, cool zu sein. Was blieb, war die Freude an der Natur. An der Stille in den Bergen. An der Luft.
Snowboard. Sprung. Blauer Himmel. Cool.
Als die Kinder auf die Welt kamen, wollten wir ihnen das Erlebnis gönnen. Seit die Kinder 4 sind, fahren wir jeden Winter eine Woche in den Schnee. Ich wechselte dabei auf Ski — in der Schule hatte ich es gelernt, und mit Skiern lassen sich Kinder deutlich leichter mitnehmen. Bei steileren Abschnitten nimmt man sie kurz zwischen die Beine und los.
Mittlerweile sind sie sehr selbstständig auf der Piste. Die Pause für uns Erwachsene wird von Jahr zu Jahr länger.
Familienpiste. Alle dabei. Die Berge bleiben schön, egal wie oft man war.
Den Adrenalinkick suche ich dort nicht mehr. Dafür müsste ich Risiken eingehen, die mit 48 nicht mehr im Verhältnis zur Gesundheit stehen. Ich fahre gemütlich weiter — und kann mir vorstellen, die Ski irgendwann durch Schneeschuhe zu tauschen.
Wandern & Fernwandern
Wir wohnen am Pfälzerwald. In den letzten 10 Jahren haben wir hier viel Touren gemacht — mal mit den Kindern, mal alleine.
Vor zwei Jahren suchte ich neue Herausforderungen und entdeckte das Fernwandern. Zum Testen machte ich 2024 eine Wochenendtour durch den Pfälzer Wald. Täglich über 30 km. Wer so läuft, merkt schnell: Die Ausrüstung ist nicht optional. Ich arbeitete mich ein, optimierte, packte um.
Im letzten Jahr dann acht Tage alleine an der Côte d'Azur. Ich hatte, ohne es bewusst geplant zu haben, jahrelang darauf hingearbeitet: Mit Duolingo täglich Französisch aufgefrischt. Mit dem Pfälzerwald die Ausdauer aufgebaut.
Eigentlich wollte ich viel zelten. Der Bereich bei Perpignan ist aber sehr windig. Ich entschied mich für Unterkünfte. Am ersten Abend ein Zwei-Sterne-Hotel — um 22:30 Uhr ist man nicht wählerisch. Am zweiten Tag wollte ich wissen, wie ein Stern ist. Danach ein paar Airbnbs. Jede Übernachtung war genauso spannend wie die Tour selbst.
Côte d'Azur. Großer Rucksack. Abendrot. Alleine. Genau richtig.
Die Route: Perpignan bis Montpellier, 8 Tage, entlang der Küste.
Was gerade läuft
Drei Dinge, die gerade im Alltag sind.
Joggen. Fitbleiben und Podcasts hören — in dieser Reihenfolge.
Manchmal auch etwas dreckiger. Tough Mudder mit CosmosDirekt.
Joggen — nicht ambitioniert, aber regelmäßig. Es geht ums Fitbleiben und darum, endlich Zeit für Podcasts zu haben.
Tennis — ein Sport, bei dem ich deutlich schlechter bin als ich mir das wünsche. Alles andere habe ich recht schnell recht gut gekonnt. Tennis nicht. Macht aber nichts — nach dem Spielen noch etwas im Sportheim trinken oder essen ist schön.
Tennis. Der Ball gehorcht nur manchmal.
Bouldern — meine jüngere Tochter geht einmal die Woche ins Training. Ich gehe einfach mit. Für die Kraft habe ich in den letzten zwei Jahren zu wenig gemacht. Ich muss da wieder reinfinden. Macht aber Spaß — und ich fühle mich in dem Umfeld von Outdoor-Menschen ohne Stock im Arsch einfach wohl.
Klettern. Kraft braucht man. Die kommt wieder.